29. Maerz, 20.15 Uhr, Kaffee Burger (Berlin): Reformbuehne Heim & Welt

stage

Die Internetseite der Reformbuehne wird reformiert,
wuerde mich freuen, wenn der eine oder die andere
mal einen Blick drauf wirft und mir schreibt, ob sie/er
sie bloed, mittel oder gut findet.

Unvollstaendige Chronik (Quelle)
Samstag, 11. April, 20 Uhr, Alte Kantine (Kulturbrauerei, Berlin):
Kantinenlesen.

Samstag, 18. April, Gießen: Lesung mit Hennig, Zehrer, Schmidt, Wells.
Lesung Sonntag Morgen, 19. April:
Werner, Klupp, Rinke.

Dienstag, 21. April, 20.30 Uhr, Kaffee Burger (Berlin):
Radio Hochsee Themenabend
Muratti & Sarotti,
Deutscher Animationsfilm 1920 – 1960.
Gast-Experte: Prof. Gerd Gockell (Hochschule Luzern)

Samstag, 30. VIII. 08, sonnig:
(Sofa, 18. III. 09:) Spielbericht von Uli Hannemann: Berliner Autoren – Germanistenauswahl Uni Gießen 0:6 (0:5)
Merkel; Hannemann, Willmann, Kuper, Hennig; Bergelt, Nußbaumeder, Schmidt, Zehrer, Luthardt; Rinke. Zur 2. Hz: Tamas
Hinterher war eigentlich alles wieder sehr schön: Sieger und Verlierer verdrängten gruppendynamisch einzelne Zeitung lesende Werbetexter und bildeten eine große Runde im „Strandbad Mitte“. Goldgelb leuchtete das Alster (mit Sprite), grün strahlten die Augen der beisitzenden Historikerin, und sonnenfarben schien wie zum Hohn die Sonne, als hätte sie nicht gerade noch das grässlichste Debakel der Literatursportwelt seit Günter Grass’ Halbzeitkommentar während eines Bundesligaspiels des SC Freiburg illuminieren zu dürfen die zweifelhafte Ehre gehabt.
So weit die Parataxen. Vor dem Spiel mussten wir schlucken. Kein normaler Gegner stand am Sportplatz. Stattdessen ein Haufen durchtrainierter Cyborgs. Mindestens tausend. Sie hätten unsere Enkel sein können. Schon einer von ihnen allein besaß dem Augenschein nach die Kraft von hundert Büffeln, die Schnelligkeit von Blitzen sowie die Frische eines Hektoliters Lenor. Unsere Vorahnung hatte etwas vom Blick von den Zinnen der Stadt Gondor oder Sonstwasherrderringemäßiges herunter auf eine brodelnde und hoffnungslos überlegene Orkarmee. Vielleicht standen wir deshalb zu Beginn ein wenig zu tief gestaffelt.
Wir waren zugegebenermaßen ersatzgeschwächt, doch wer hätte diesen Germanistentornado aufhalten sollen? Thomas Brussig vielleicht.
Bereits in der ersten Minute überrannte ein etwa drei Meter großer Hüne den Autor dieser Zeilen wie einen Kieselstein und durch die Mitte, und netzte zur Führung ein. Das 0:2 fiel in der zwoten Minute – hierin ist sich der Autor (ach, sind wir nicht alle Autoren?) mit der lebenden Rechenmaschine Zehrer noch einig, denn um den Treffer gleichfalls in der ersten Minute fallen zu lassen, brauchte der fluchende Merkel einfach zu lange, um den Ball aus dem Tornetz und Richtung Anstoßpunkt zu befördern.
0:3 (8.), 0:4 (10.). Danach bemerkten wir, dass wir etwas zu tief standen, empfingen die Cyborgs weiter vorne, bekamen selber – vor allem nach der Pause – zunehmend Chancen (ein Tor wäre verdient gewesen) und ließen nur noch zwei weitere Gegentreffer zu (24. und 71.). Die verblüffenden und für einen normalen Menschen nicht nachvollziehbaren Minutenangaben stammen von Statistikwunder Zehrer, der sich dabei laut eigener Angabe am Sonnenstand orientiert, bei bedecktem Himmel hingegen seine Pulsschläge zählt.
Merkel hielt großartig in der zweiten Halbzeit und unter anderem einen Elfmeter. Nußbaumeder (den ich hernach unverstandenerweise der „Kregelheit“ lobte und zieh) riss uns mit seiner Entschlossenheit mit, und rettete uns vor der kompletten Vernichtung. Schmidt, als Nußbaumeder für nicht ganz Arme behielt ebenfalls den Überblick, wenn er auch einem zu kurzen Pass durchaus mal entgegenkommen darf, anstatt den fehlerhaften Passgeber durch Nichtstun abzustrafen. Rinke fühlte sich als Alleinunterhalter im Sturmzentrum mit zunehmender Spieldauer sichtlich wohl. Tamas hielt in der zweiten Hälfte gut die Bälle. Zehrer half gekonnt, seine jeweiligen Seiten einigermaßen dicht zu halten. Hennig kämpfte tapfer bis zum Wadenkrampf.
So viel Lob, nach so einem Spiel? Gemach, gemach, jetzt kommt die Peitsche. Von des Autors selbstgeklebtem Lieblingslügenetikett „noch recht schnell für sein Alter“, blieb nur noch „sein Alter“. Gleich mehrfach wurde er auf der linken Flanke überlaufen, was zu mindestens einem Tor führte, wenn er nicht gerade in gemeinschaftlicher Arbeit mit Torwart und Innenverteidigung für Verwirrung und Unheil sorgte. Auch die Fitness warf Fragen nach Lebenswandel und Pflegebedürftigkeit auf. Erst nach dem Verlust eines Auges wurde es etwas besser. Keeper Merkel kam in der ersten Halbzeit und speziell beim zweiten Tor zuweilen aus diesem gekrochen, wie eine Schnecke aus ihrem Häuschen. Bergelt interpretierte das Positionsspiel seiner, zugegebenermaßen ungewohnten, Mittelfeldrolle wankelmütig wie eine Frau mit PMS. Willmann fiel in erster Linie durch seine Schuhe und Gekrittel an der Taktik auf. Kuper fand offenbar noch Zeit mit Pferden zu knutschen.
Luthardt verhielt sich unauffällig und hatte Bauchweh. Auf diesem Wege gute Besserung!
Ok, schnuck, was sollen diese krümelkackerischen Einzelkritiken? Jeder hat mal nen guten Tag, Dabeisein ist alles, und für die Fehlenden können am wenigsten die, die auf dem Platz stehen. Wir verlieren zusammen und wir unterliegen zusammen.
Nach diesem Vorfazit jedoch noch ein interessantes Endfazit: Je höher die Sonne stand, desto tiefer stand die Mannschaft, und je tiefer die Sonne stand, desto höher (?) stand das Team, zwei Faktoren, die sich wiederum korrelativ auf Höhe bzw. Tiefe (?) der Niederlage auswirkten. Da müsste einer mal ne Formel entwickeln: Zehrer, übernehmen Sie!

Weitere Links

Reformbuehne

Beitrag zum Darwin-Jahr

„Von der Lust ein Tagebuch zu schreiben“ in Berliner Morgenpost

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Published in: on März 27, 2009 at 12:24 pm  Schreibe einen Kommentar  

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