Blended Learning = Integriertes Lernen: Was wird womit integriert?

Blended Learning oder Integriertes Lernen bezeichnet eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen und modernen Formen von E-Learning anstrebt. Das Konzept verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten der Face-to-Face-Kommunikation sowie ggf. dem praktischen Lernen von Tätigkeiten. Bei dieser Lernform werden verschiedene Lernmethoden, Medien sowie lerntheoretische Ausrichtungen miteinander kombiniert.

Blended Learning zielt als Lernorganisation darauf ab, durch die geeignete Kombination verschiedener Medien und Methoden deren Vorteile zu verstärken und die Nachteile zu minimieren. Besonders wichtig ist, dass die Präsenzphasen und Online-Phasen funktional aufeinander abgestimmt sind. Durch die vorurteilsfreie Nutzung des optimalen Mediums im jeweiligen Schritt des Lernprozesses stellt Blended Learning die universellste Lernorganisationsform dar.

Eine zusammenfassende Definition für Blended Learning lautet: “Blended Learning ist ein integriertes Lernkonzept, das die heute verfügbaren Möglichkeiten der Vernetzung über Internet oder Intranet in Verbindung mit „klassischen“ Lernmethoden und -medien in einem sinnvollen Lernarrangement optimal nutzt. Es ermöglicht Lernen, Kommunizieren, Informieren und Wissensmanagement, losgelöst von Ort und Zeit in Kombination mit Erfahrungsaustausch, Rollenspiel und persönlichen Begegnungen im klassischen Präsenztraining.” (Sauter, Sauter und Bender: 2004: 68).

Mehr Definitionen zum Thema: hier

Präsenzveranstaltung

* + Teilnehmer nehmen sozialen Kontakt auf, bilden eine Gruppe, das soziale Geschehen steht im Mittelpunkt
* + Dozenten und Teilnehmer lernen sich persönlich kennen, TeilnehmerInnen können Präferenzen füreinander entwickeln
* + Dozent kann auf Verständnisschwierigkeiten und auf Anregungen unmittelbar reagieren
* + Dozent kann das kommende Online-Kursgeschehen besser planen und damit Finetuning vornehmen. Damit können die Bedürfnisse und tatsächlichen Interessen der Teilnehmer besser berücksichtigt werden.
* + die Kommunikation ist ganzheitlich
* + die Teilnehmer unterstützen sich beim Lernen gegenseitig
* + es können jederzeit weiterbringende Diskussionen entstehen
* – alle Personen müssen zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein
* – alle Teilnehmer sollten gleiches relevantes Vorwissen haben, damit der allgemeine Lernfortschritt nicht behindert wird.
* – das Lerntempo ist nicht individualisierbar.

E-Learning/Selbstlernen oder gruppenbasiertes Onlinelernen

* + Teilnehmer lernen, wie und wo es ihnen passt. Sie setzen inhaltliche Schwerpunkte und holen damit das Optimum für sich heraus.
* + Es wird zeit- und ortsunabhängig gelernt.
* + Teilnehmer bestimmen ihr Lerntempo selbst.
* + Der Lernstoff ist gut aufbereitet, Methodik/Didaktik sind sehr flexibel.
* + Der Einsatz unterschiedlicher Medien (Bild, Video, Ton, Animation, Text) und unterschiedlicher Aufgabenstellungen (Praxisnähe, theoretischer Zugang, Spiele, Gruppenarbeiten, Einzelarbeiten…) spricht unterschiedliche Lerntypen an.
* + Je nach Plattform ist eine einfache, individuelle und motivierende Betreuung der einzelnen Teilnehmenden möglich; so können auch Missdeutungen ausgeschlossen werden.
* – Keine soziale Bindung zu weiteren Teilnehmenden, wenn keine e-Moderation eingesetzt wird
* – Mögliche Missdeutungen von Inhalten bleiben unbemerkt, wenn Fachtutoren nicht ausreichend ansprechbar sind.
* – Hohe Selbstlernkompetenz ist erforderlich, wenn keine individuelle Betreuung durch e-Facilitation.
* – Teilnehmer können der Kursleitung leicht “abhanden” kommen, wenn keine Betreuung erfolgt.
* – Teilnehmer ziehen sich zurück aus der Lerngruppe, wenn besonders auffällige und dominante Teilnehmer die Gruppe beherrschen (Zum Teil ist dies ein “gender-Problem”: Meist ziehen sich Frauen zurück, wenn einzelne Männer das Geschehen dominieren).

Mehr Info zu diesem Aspekt: hier

1 Todsünde und 10 goldene Regeln des eLearning

1 Todsünde

  • Verwendung vorhandener Lehrmaterialien für e-learning.

10 goldene Regeln

  1. Der Lernende kann verschiedene Lernstile wählen und zwischen ihnen beliebig wechseln können.
  2. Der Lernende kann individuell und kooperativ lernen.
  3. Der Lernende wird durch menschliche Mentoren/Tutoren betreut.
  4. Der Lernende wird aktiviert und aktiv gehalten.
  5. Der Lernstoff wird multimedial angepasst an den Inhalt gestaltet.
  6. Der Lernstoff sollte sinnvoll intern und sparsam extern verlinkt sein.
  7. Der Lernende muss jederzeit seinen Wissensstand überprüfen können.
  8. Der Lernende sollte alle 20 bis 30 Minuten ein Erfolgserlebnis haben.
  9. Der Lernstoff muss aktuell sein.
  10. Lernende müssen eigene Wissensbausteine erstellen können.

Quelle

Wodurch unterscheiden sich E-Learning und Blended Learning? Antwort

Onlineressourcen zu
E-Learning/Blended Learning
Hier

About these ads

The URI to TrackBack this entry is: http://kazankowa.wordpress.com/2010/01/14/blended-learning-integriertes-lernen-was-wird-integriert/trackback/

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: